Das letzte Dorf in Ostkarelien mit finnischer Bevölkerung
wurde am 28.9.1944 geräumt.
Der von der Sowjetunion geforderte Abbruch der Beziehungen zu Deutschland
führte zum totalen Krieg (s.
Karte) in Lappland. Mit Deutschland war vereinbart worden, daß sich
die deutschen Truppen freiwillig zurückziehen, aber die Sowjetunion zwang
Finnland zur aktiven Kriegführung.
Während des Krieges zerstörten die Deutschen die Stadt Rovaniemi
und beinahe alle in Lappland befind-lichen Gebäude, Wege und Brücken.
Die letzten Schüsse des Krieges (s.
Bild) fielen am 25.4.1945.
Laut Waffenstillstandsabkommen mußten faschistische und militärische
Organisationen ihre Tätigkeit einstellen. Die Kommission interpretierte
den Paragraphen sehr weit, denn es wurden insgesamt ungefähr 400 Organi-sationen
aufgelöst. Die bedeutendsten von ihnen waren die Wissenschaftliche Kareliengesellschaft,
die Vater-ländische Volksbewegung, die Lotta Svärd und die Schutzkorpsorganisation.
Andererseits wurde die Tätig-keit der Kommunistischen Partei Finnlands
legitimiert, und die in der Vergangenheit aufgelöste Finnland-Sowjetunion-Gesellschaft
von neuem gegründet.
Gemäß den Waffenstillstandsbedingungen mußte Finnland seine
Armee ungeachtet des Lapplandkrieges in zweieinhalb Monaten demobilisieren
(s. Bild).
Im Pariser Friedensvertrag von 1947 kam es zu erheblichen
Beschränkungen der Armeegröße und der Bewaffnung, von denen
sich Finnland erst im Jahre 1990 einseitig lossagte.
Im Friedensvertrag verpflichtete sich Finnland Kriegsver-brecher zu verurteilen.
Hierzu wurden auch Kriegs-schuldige, oder Personen, die den Ausbruch des Krieges
beeinflußt hatten, gezählt. Die Sowjetunion gab eine Namensliste
von Personen bekannt, die verurteilt werden sollten. Für die Gerichtsverfahren
mußte ein Sondergerichtshof gegründet werden, dem auch Politiker
(s. Tanner) angehörten.
Acht während des Krieges führende Politiker wurden zu verschieden
langen Haftstrafen (s. Kurztext)
verurteilt. Das längste Urteil, 10 Jahre Haft, erhielt Präsident
Risto Ryti.
An Reparationen mußte Finnland 300 Millionen Dollar zum Kurs des Jahres
1938 zahlen. Sechs Jahre Zahlungs-zeit wurden auf acht verlängert, und
nach 1948 wurde die Entschädigungssumme halbiert. Die endgültige
Entschädigungssumme von 226,5 Millionen Dollar belief sich nach dem Dollarkurs
von 1952 auf ungefähr 600 Millionen Dollar. Die Reparationen betrugen
in den ersten Jahren etwa 15% und in den letzten Jahren noch ungefähr
5% des Bruttosozial-produktes. Die Zahlung wurde 1952 abgeschlossen.