Das Entstehen einer insbesondere von Kommunisten getragenen demokratischen Bewegung in den letzten Kriegsmonaten wurde vor allem durch zwei Faktoren begünstigt und beschleunigt: Die militärische Befreiung des Landes erfolgte durch die Sowjet-Armee, und viele Mitglieder der bis dahin die politische Macht ausübenden Klassen waren vor den sowjetischen Truppen geflüchtet. In den befreiten Gebieten war die Kommunistische Partei (s. Bild) diejenige politische Kraft, die sich mit sow-jetischer Unterstützung als erste neu organisieren konnte. Hierzu trugen wesentlich die Kommunisten bei, die gleichzeitig mit der Roten Armee aus Moskau nach Ungarn zurückkehrten und zu denen u. a. Mátyás Rákosi (s. Bild), Ernő Gerő und auch Imre Nagy gehörten, während János Kádár und László Rajk zu der kleinen Gruppe der Kommunisten gehörten, die den Krieg in der Illegalität in Ungarn verbracht hatten.
Die Kommunisten spielten auch in der Provisorischen Nationalregierung (s. Bild), in der u. a. drei Kommunisten, zwei Sozialdemokraten, zwei Mitglieder der Kleinlandwirtepartei und ein Mitglied der Bauern-partei als Minister tätig waren, eine entscheidende Rolle, die wesentlich größer war als es der Mitgliederzahl ihrer Partei entsprach. Die Mitgliederzahl der Kommu-nistischen Partei (s. Bild) betrug vor den Verhaftungen im Jahre 1942 kaum mehr als 400 bis 450. Im Februar 1945 waren es bereits 30.000 und im Oktober 1945 etwa eine halbe Million. Sie stammten aus allen Schichten der Bevölkerung.