Das Wachstum der finnischen Volkswirtschaft verlief bis in
die 1920er Jahre hinein nur langsam. Finnland war im Vergleich zu Westeuropa
ein agrarisches Entwicklungs-land. Die Industrialisierung führte zu einem
steigenden ökonomischen Wachstum; von 1926 bis 1931 betrug das jährliche
Durchschnittswachstum des Bruttoinlands-produkts 3,7 Prozent. Dieses schrumpfte
auf 1,4 Prozent in den Kriegsjahren, aber dem Krieg folgte bald ein Wirtschaftsboom
abgelöst. Von 1949 bis 1957 lag das jährliche Wachstum bei durchschnittlich
4,3 Prozent. In den 1950ern gab es eine Rezession, aber schon 1958 war wieder
ein Wirtschaftswachstum zu verzeichnen,
das bis zur Mitte der 70er Jahre anhielt, als die Folgen der internationalen Ölkrise Finnland erreichten. Die Volkswirtschaft erholte sich schnell von der relativ kleinen Rezession. Die gravierendste Rezession in Finnland dauerte von 1990 bis 1993, als eine Bankenkrise und der plötzliche Zusammenbruch des Handels mit der Sowjetunion einen Rückgang des Bruttosozialprodukts um mehr als zehn Prozent verursachte. Ein Wirtschaftswachstum war erneut wieder 1993 zu verzeichnen und hat bis ins 21. Jahrhundert hinein angehalten.