Dieser politischen Linie folgend liberalisierte die Bank von
Finnland Finanzmarkt und Devisenhandel durch Aufhebung fast aller Vorschriften.
Aus diesem Grund begann man, von einer Kasinowirtschaft zu sprechen.
Der lang andauernde Konsens auf dem Arbeitsmarkt endete, als die stärksten
der im SAK (Zentralverband der Gewerkschaften Finnlands) zusammengeschlossenen
Gewerkschaften sich von den allgemeinen Verhand-lungen zurückzogen und
für sich selbst größere Lohnerhöhungen aushandelten.
Als zudem kurz vor den Wahlen die Staatsausgaben unkontrolliert angewachsen
waren und Spekulationen die Börsenkurse in schwindelerregende Höhen
trieben, stieß man an die Grenzen der Kasinowirtschaft.
In den Wahlen von 1991 erteilten die Wähler der "neuen politische
Kultur" von Holkeris
"blauroter" Regierung eine Abfuhr. Die Zentrumspartei, die in der
Opposition gewesen war, erzielte einen Wahlsieg, der "das Blut erstarren
ließ", und Esko Aho
bildete die neue Regierung. Es war die erste bürgerliche Regierung seit
knapp 30 Jahren. In ihrem Programm trat sie unter anderem für einen Wachstumsstop
im öffentlichen Sektor und eine Steigerung des freien Wettbewerbs in
der Wirtschaft ein.
Während der Regierungszeit Esko Ahos führten innere und äußere Probleme zu einer umfassenden Krise. Diese äußerte sich im Zusammenbruch des Finanzmarktes, der eine Bankenkrise nach sich zog, in einer Massenarbeits-losigkeit, in stark ansteigender Staatsverschuldung, in extrem hohen Steuern und in einer Konkurswelle, die das Land überrollte. Trotz all dieser Schwierigkeiten blieb Ahos Regierung, ebenso wie ihre Vorgängerin, die ganze Legislaturperiode über im Amt. Während der Präsidentschaftszeit von Mauno Koivisto nahm die Bedeutung des Parlaments in Finnland zu, wohingegen die große Macht des Präsidenten (s. Kurztext), die für die Kekkonen-Ära typisch gewesen war, eingeschränkt wurde.