Der Präsident einer Republik hat meiner Meinung nach nicht das Recht, die Regierung aus ihrem Amt zu heben, wenn diese nicht um den Rücktritt gebeten hat oder das Vertrauen des Parlaments verloren hat. ... Der Präsident sollte auch nicht in der Lage sein, das Parlament aufzulösen, wenn der Grund kleiner ist, als der einer politisch anhaltenden Krise, aus der es keinen anderen Ausweg gibt. Das gegenwärtige Recht der freien Ausübung dieser Macht ist unwiderlegbar, es sollte allerdings eingeschränkt werden. Wenn es Wünsche gibt, die Macht des Präsidenten auf andere Art und Weise einzuschränken, bin ich gerne bereit, über diese zu diskutieren." Auch bei Zeremonien des Präsidenten gab es Einschränkungen. Während eines Besuches des sowjetischen Premierministers bereitete das äußerst schlechte Wetter dem Blasorchester große Probleme. Koivisto erinnerte sich: "Ich hatte bis dahin angenommen, daß es eine Kältegrenze gab, unter der ein Blasorchester nicht spielen würde.
Es stellte sich heraus, daß ich mit dieser Annahme falsch
lag. ... Als der Gast den finnischen Boden betrat, spielte die Band die Nationalhymnen
der Sowjetunion und die Finnlands. Es war klar zu hören, daß einige der Instrumente
nicht korrekt spielten. Ich sagte damals, daß die Differenz zwischen festlich
und lächerlich manchmal ziemlich gering sein kann, und daß diesem Unsinn nun
ein Ende gemacht werden müsse." Später änderte man das Protokoll, indem man
festlegte, daß die Zeremonie bei schlechten Wetterverhältnissen drinnen abgehalten
wird.
Quelle: Mauno Koivisto: Kaksi kautta. Muistikuvia ja merkintöjä 1982-1994.
Kirjayhtymä Oy, 1994