Vorarbeiten

In die Konzeptidee flossen Vorarbeiten zu den Aspekten Raumbezogenes Informationssystem sowie 3D-Modellierung und Repräsentation ein. Mit der Motivation, die Technologie der Geo-Informationssysteme (GIS) für die Geschichtswissenschaft zu erschließen, wurde zum Aspekt Raumbezogenes Informationssystem eine Studienarbeit "Konzipierung und partielle Realisierung eines Historischen Geo-Informationssystems für Mecklenburg" angefertigt. Für einen prinzipiellen ersten Ansatz wurde als räumliche Bezugsbasis für die Informationsvermittlung die Gemeinde gewählt. Die geografische Datenquelle bildete ein Ausschnitt aus der Mecklenburger Grundkarte des 19. Jahrhunderts im Maßstab 1:250000, der die zu dieser Zeit gültigen Gemeindegrenzen repräsentiert. Die zu den Gemeinden gehörigen Sachinformationen zur Bevölkerungs- und Infrastruktur wurden dem historischen Staatskalender Mecklenburgs auszugsweise entnommen. Die Gemeindegrenzen der Karte wurden im halbautomatischen Verfahren mit Hilfe der Digitalisierungssoftware Pixeltrak digitalisiert. Unter Nutzung des auf AutoCAD basierenden GIS-Rahmensystems ArcCAD wurden die digitalen Kartendaten topologisch aufbereitet und mit einer Semantik hinterlegt, um die anschließend erfaßten Sachdaten wie Einwohnerzahlen etc. ihrem geografischen Bezugsrahmen Gemeinde zuordnen zu können. Neben verschiedenen Darstellungsmöglichkeiten der thematischen Kartografie wurden ausgewählte Analysefunktionen realisiert, die Sachdaten miteinander in Beziehung setzen (z.B. Einwohner pro Haushalt) und diese in ihrem geografischen Kontext präsentieren können. In einem weiteren Schritt erfolgte die Übernahme der Geo- und Sachdaten in die Viewer-Software ArcView, einem Desktop-Tool zur Visualisierung, Abfrage und Analyse raumbezogener Daten, mit dem die Gestaltung von Benutzungsoberflächen für GIS-Anwendungen unterstützt wird. Der Aspekt 3D-Modellierung und Repräsentation begründete sich auf den Arbeiten zur Entwicklung eines 3D-Modells der Rostocker Innenstadt. Die Zielsetzung bei dieser Entwicklung bestand in der Schaffung eines virtuellen Stadtmodells, das durch Echtzeit-Navigation interaktiv erkundet werden kann. Auf der Basis digitaler Grundrißdaten aus der Rostocker Grundkarte im Maßstab 1:1000 sowie Ansichten von Hausfassaden wurden mit dem PC-basierten CAD-System AutoCAD die Gebäude von Teilen der Innenstadt modelliert. Für die Aufbereitung der Gebäudemodelle zu einer virtuellen Szene wurde das im Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung Darmstadt entwickelte System Genesis auf einer Silicon Graphics Workstation mit hochleistungsfähiger Grafikhardware genutzt, die insbesondere für eine Echtzeitberechnung der Grafikausgabe bei der Navigation durch das Modell erforderlich ist. Mit Ausschnitten aus gescannten Fotos bzw. Videobildern, die teilweise als Texturen auf die Häuserfronten aufgebracht wurden, sowie durch Definition von Beleuchtungsquellen erhielt das Modell ein realitätsnäheres Erscheinungsbild.

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